Was uns zu Beginn bei Low Carb abgeschreckt hat, waren die vielen Spezialprodukte. Alle waren relativ hochpreisig und mussten extra bestellt werden. Wenn es Nussmehl, Süßstoffe oder unterschiedlichste Öle im Laden gibt, dann haben sie meist eine relativ schlechte Qualität oder sind sehr teuer. Es wäre doch toll, wenn man dabei ein bisschen sparen könnte.

Geht es dir genauso?

Das muss gar nicht sein. Auch wenn es viel Spaß macht mit vielen neuen Produkten zu experimentieren, kann man die meisten Rezepte auch ohne Spezialzutaten kreieren und dabei ein bisschen sparen. Wir haben in unserem ersten Low Carb Jahr gar keine Spezialprodukte verwendet.

Moment, das stimmt gar nicht.

Pures Stevia-Pulver haben wir schon nach einigen Monaten verwendet. Wir backen einfach zu gerne.

Gehen wir daher mal zusammen Schritt für Schritt durch die wichtigsten Low Carb Produktkategorien und schauen uns einmal an, wo man sparen kann und wie man ein Spezialprodukt durch ein handelsübliches Produkt ersetzen kann.

Übrigens, in Zukunft (bzw. seit diesem Rezept) schreiben wir unter jedes Rezept mögliche Alternativen zu den Spezialprodukten. Alle Produkte, über die wir im Folgenden sprechen, findest du auch im Lachfoodies Shop.

Low Carb Süßungsmittel

Ich weiß noch, wie wir in unseren ersten Low Carb Monaten komplett auf Süßes verzichtet haben und plötzlich der Quark oder die Milch das Süßeste in unserer Ernährung war. Eigentlich geht es uns darum zurück zu einer möglichst natürlichen Ernährung zu kommen. Das bedeutet, wenn du Lust auf etwas Süßes hast isst du ab und zu Obst. Das wird dir plötzlich super süß vorkommen, wenn du sonst keine Süßungsmittel mehr isst. Alleine um diese Erfahrung zu machen, lohnt es sich auf Süßes zu verzichten.

Doch du kennst uns ja, mittlerweile backen wir immer mal wieder mit ein bisschen Stevia oder Erythrit. Zwei Süßungsmittel die kaum Kalorien oder Kohlenhydrate enthalten. Stevia entsteht aus der Steviapflanze. Wie Erythrit entsteht kannst du hier nachlesen.

Von Stevia braucht man nur sehr wenig. Wichtig ist es, dass du nicht irgendein Stevia Produkt im Supermarkt kaufst, sondern darauf achtest, dass du pures Stevia kaufst. Das bekommt man am besten online. Wir haben uns damals eine Dose gekauft, die wir heute noch verwenden. In diesem Video erzähle ich dir mehr davon.

Fazit: Stevia süßt und ist dabei sehr sparsam.

Erythrit ist dem weißen Haushaltszucker viel ähnlicher. Es hat eine ähnliche Konsistenz und man kann es in unterschiedlichsten Formen kaufen (z.B. in Puderform). Mit Erythrit kann man viele normale Rezepte 1:1 nachbacken.

Fazit: Das ist sehr praktisch, aber man braucht auch mehr davon.

Eines der beiden Produkte reicht auf jeden Fall aus. Während Erythrit meist Zuckerähnlichere Eigenschaften hat, kannst du mit Stevia eher Geld sparen, da du weniger Produkt brauchst. Das Austauschverhältnis schaut so aus:

1 gehäufter EL Erythrit = 1 Msp. Stevia

Wenn du dich nicht entscheiden kannst, kannst du ein Mischprodukt kaufen. In vielen Stevia Produkten ist auch Erythrit dabei. Je nach Mischverhältnis kannst du hier mit der Süß-Intensität experimentieren.

Nussmehl

Was der Unterschied zwischen gemahlenen Nüssen und Nussmehlen ist, erfährst du in diesem Beitrag.

Generell kannst du ein Nussmehl durch gemahlene Nüsse ersetzen. Gemahlene Nüsse sind weniger fein und viel fettiger als ein Nussmehl. Das Ersetzen funktioniert daher sehr gut, wenn du die Menge 1:1 ersetzt und dafür auf zusätzliches Fett verzichtest. Auch schadet es nicht noch etwas zum Zusammenkleben des Teigs hinzuzufügen (s. nächsten Absatz). Aber der Teig wird dann nicht so fein, wie im Original.

Auch kannst du Nussmehle untereinander austauschen. Es schmecken nicht alle Nussmehle gleich, aber die Konsistenz ist meist sehr ähnlich. Am besten kann man Mehle gegenseitig ersetzen, die einen ähnlichen Ballaststoffanteil haben. Zum Beispiel: Hanfmehl (je nach Anbieter) und Leinmehl. Mandelmehl und Traubenkern- oder Haselnussmehl. Walnuss- und Kürbiskernmehl. So kannst du an der Auswahl der unterschiedlichen Mehle definitiv sparen.

Grundsätzlich bist du für jedes Rezept gewappnet, wenn du Mandelmehl verwendest. Andere Mehle sind manchmal ein bisschen herb im Geschmack (z.B. Leinmehl). Diese Sorten mischt du am besten mit gemahlenen Nüssen, dann wird der Geschmack ein wenig entschärft.

Nussmehle haben einen mehr oder weniger hohen Ballaststoffgehalt. Also viel dazu trinken, sonst gibt es Bauchweh.

Verdickungsmittel

Bei der High Carb Ernährung rührt man Mehl oder Mondamin unter die Sauce, damit sie dicker wird. Bei Low Carb nimmt man dafür Flohsamenschalenpulver, Guarkernmehl oder Johannisbrotkernmehl.

Es gibt dafür viele unterschiedliche Produkte. Während die Nussmehle die Sauce ähnlich wie Mondamin verdicken, bewirkt Flohsamenschalenpulver eine eher gliebrigere feste Masse. Das eignet sich besonders gut für Pudding oder feste Flüssigkeiten.

Auch hier gilt, eines der Produkte reich vollkommen aus. Bei Verdickungsmitteln merkst du schon beim Einrühren schnell, ob du noch mehr Produkt brauchst. Wenn du dir also bei der Menge unsicher bist, dann rühre nach und nach kleine Portionen (1/2 TL) ein und warte kurz ab, bevor du noch eine Portion unterrührst.

Alternativ zu allen Spezialprodukten kannst du bei einem Teigrezept auch mehr Ei oder Quark verwenden und dir dadurch ein Spezialprodukt sparen. Die Verdickungsmittel dienen hier dazu den Teig zusammenzuhalten. Das macht ein Ei auch sehr gut. Meist kannst du dafür die Flüssigkeit der anderen Produkte reduzieren.

Hier findest du unsere Low Carb Lieblingsprodukte